Über meine Lieblingsshow
„Was gibt es Neues?” © des Textes by Andrea Loidl
Das ist nicht die Schlagzeile in der Kronen Zeitung, sondern der Titel eines Comedy-Quiz, welches seit dem 1. Oktober 2004 in ORF 1 ausgestrahlt wird.
Die Sendezeit variiert zwischen 22:05 und – im ungünstigsten Fall – 00:30. Je nach dem wie lange die zuvor gezeigte Sendung dauert (inklusive der dazwischen liegenden Werbeunterbrechung.). Besonders problematisch ist es, wenn zuvor Live-Sendungen gezeigt und die Sendezeiten um eine halbe Stunde überzogen werden.
Der Moderator von „Was gibt es Neues” ist Oliver Baier. Jede Woche lädt er neue Gäste ins Studio ein, um ihnen kuriose Fragen aus nahe zu allen Themenbereichen z. B. Geschichte, Kultur, Sport, Technik, Wissenschaft etc. zu stellen.
Oft sind die Fragen in Bezug auf die jeweilige Thematik so ausgewählt, dass mehrdeutige (bisweilen sogar unanständige) Assoziationen von den Mitgliedern des Rateteams damit verbunden werden und das Publikum zum Lachen bringen.
Der Sendungsablauf ist rasch erklärt: Oliver Baier betritt das Studio, begrüßt das Publikum und stellt die Mitglieder des Rateteams – begleitet von einem kräftigen Applaus – vor.
Dann folgt die Aufwärmfrage, die gestellt wird, um die Stimmung aufzulockern. Diese Frage ist jedoch nicht in der fertigen Ausstrahlung zu sehen, aus welchen Gründen auch immer. Z. B. „Was versteht man unter dem Begriff „Mittagsloch?”
Je nach Länge der vorgegeben Sendezeit und wie das Rateteam auf die Begriffe, Fragen etc. reagiert – mit Schmähs oder ohne – werden bis zu sieben Fragen in einer Sendung aufgenommen und in der freitäglichen Ausstrahlung gezeigt.
Ein wichtiger Teil der Sendung ist: Das Ding der Woche. Oliver Baier zieht einen Gegenstand aus der Tischlade und gibt ihn an das Rateteam weiter. Bei manchen Gegenständen ist die Lösung leicht zu erraten, bei anderen beisst sich das Rateteam schon mal die Zähne aus.
Zum Abschluss der Sendung folgt die Prominentenfrage. Darunter versteht man nichts anderes, als dass ein Prominenter z. B. Gerti Senger oder Harald Serafin eine Frage stellt, welche das Rateteam zu lösen versucht z. B. „Was versteht man unter dem Badewanneneffekt?” oder „Was ist ein Hochzeitsauto?”
Seit einigen Jahren gibt es zwei neue Teile in der Sendung, welche allerdings nicht in jeder Folge zu sehen sind: Den Archivar Herrn Bruckmann und die Panikrunde.
Der Archivar zeigt ein Video her bzw. einen Ausschnitt davon und versteht nur Bahnhof. Z. B. „Schaf Schrek, geschoren.” Das Rateteam versucht dann die Lösung des Rätsels zu finden. Wobei dies gar nicht so einfach ist, wie man zunächst denkt.
In der Panikrunde haben die Mitglieder des Rateteams – jeder für sich – nur zehn Sekunden Zeit eine möglichst lustige Antwort auf einen Begriff zu finden.
Für besonders gute Rateleistungen erhalten die Mitglieder des Rateteams sogenannte „Goodies” in Form von Büchern oder DVDs oder was auch immer.
Wie kommt nun Oliver Baier zu den kuriosen Fachbegriffen, Fragen etc.?
Ganz einfach: Durch die Zuschauer der Sendung. Es gibt die Möglichkeiten via Mail oder über den Postweg (besonders das Ding der Woche) oder eine Nachricht auf den Anrufbeantworter zu hinterlassen Fragen an die Redaktion von „Was gibt es Neues” zu schicken.
Wird die Frage in der Sendung gestellt – das Erraten der Auflösung steht weniger im Vordergrund als die Schmähs welche dem Rateteam dazu einfallen – bekommt der Einsender/ die Einsenderin einen Büchergutschein im Wert von 300 Euro zugeschickt. Gelegentlich kommt es vor, dass die Leute persönlich mit einem Kamerateam besucht werden und dann die Frage dem Rateteam auf diesem Weg zukommen lassen. Z. B. „Warum verlassen die Japaner rückwärts die Toilette?”
Nun zum schon oft erwähnten, jedoch nicht detailiert beschriebenen, Rateteam. Es werden stets zwei Sendung hintereinander aufgezeichnet. Die fünf Mitglieder sind jedoch nicht immer dieselben. Einzig Michael Niavarani, der seit 2005 nahe zu bei jeder Aufzeichnung dabei ist, gilt inzwischen als „Fixstarter”.
Weitere Mitglieder des Rateteams sind (auszugsweise): Ulrike Beimpold, Klaus Eberhartinger, Günther Lainer, Thomas Maurer, Eva Marold, Gerold Rudle, Viktor Gernot, Susanne Pöchacker, Florian Scheuba, Herbert Steinböck, Andreas Steppan, Andreas Vitasek, Monica Weinzettl etc.
Normalerweise sitzen vier Herren und eine Dame im Rateteam. Doch es gibt auch Ausnahmen z. B. in der Aufzeichnung mit dem Sendungsthema „Liveball” 2008 – Ulrike Beimpold und Eva Marold oder in der Aufzeichnung mit dem Sendungsthema „Valentinstag” 2008, der Ulrike Beimpold, Eva Marold, Susanne Pöchacker und Monica Weinzettl beigewohnt haben (und die ich – nebenbei erwähnt – live gesehen hab‘).
Im November 2007 hat es einen besonderen Schwerpunkt bei einer Aufzeichnung gegeben: Michael Niavarani und Viktor Gernot haben sich den Platz im Rateteam mit drei „Kindern” (inzwischen Jugendlichen) geteilt: Shervin, Sophie und Valentin. Ich muss schon sagen, die „Kinder” lassen Michael Niavarani und Viktor Gernot in puncto Schmähs manchmal ganz schön alt ausschauen.
Und somit bin ich nun beim persönlichen Fazit angelangt: Was ist für mich das besondere an „Was gibt es Neues?”?
Zum einen der Titel der Sendung. Er klingt einerseits lustig, andererseits auch vielversprechend. „Was kommt heute?”, „Welche Frage?”, „Welches Ding der Woche etc.?”. Die Vorschauen auf der Homepage von Oliver Baier und von „Was gibt es Neues” selbst regen zum Nachdenken an und lassen viele Fragen offen.
Dann ist da der Wiener Schmäh. Ich bin zwar nicht aus Wien, doch mir gefällt der Schmäh. Oft lieg‘ ich – wenn die Wuchteln und Pointen nur so durch die Sendung fallen – beinahe unter dem Tisch vor Lachen. Obwohl oder gerade weil einige Schmähs nicht immer ganz stubenrein sind.
Und zu guter Letzt: Die Dauer der Sendung. Eine Sendung „Was gibt es Neues” dauert ca. 45 Minuten. Und es gibt, im Gegensatz zum deutschen Pedant „Genial daneben” keine Werbeunterbrechung zwischen der ausgestrahlten Sendung.
In diesem Sinne: Tausend Dank an alle die „Was gibt es Neues” möglich gemacht haben. Und mögen noch viele weitere Sendungen folgen.