Susanne Pöchacker auf 5600 m Höhe
Sep 12th, 2008 | By Administrator | Category: On AirEin Urlaubsbericht
von Susanne Pöchacker
Nein, ich hab mir nicht die welthöchsten High Heels gekauft. Nein, ich war
nicht in Tibet. Ersteres wäre einfach nur blöd, Letzteres hatte ich vor,
da war dann aber ich zu blöd. Eigentlich auch nicht, aber es ist irgendwie
dann doch nicht… Pöchacker, komm zum Punkt!
Gut, 5600 m Höhe entstehen durch 2x 2500 m hohe Berge im Lesachtal und
dann ganz viel Treppen rauf und runtersteigen in diversen Burgen in der
Bretagne. Ja, die letzten 600 m können durchaus nur gefühlt sein.
Bin noch immer nicht beim Punkt. Aber jetzt. Wir alle brauchen Tipps für
den Urlaub, für die Reise, für das Leben. Und die Website braucht Content.
Ich brauch endlich den Punkt. çAh, da ist er ja. Und schon wieder einer. ç
Bitte, Frau Pöchacker!
Ok. Jetzt aber. Reisetipps und Erfahrungen.
Und gleich zu Beginn ein Geheimnis: Ich LIEBE Listen. Zack zack zack,
alles da, alles klar. Übersichtlich, kein Klimbim.
Wieso ich dann in dem Text noch keine geschrieben habe? Weil ich mich
ebenso wahnsinnig gern im Fließtext verliere. Manche mögen ja auch gerne
ganz aufgeräumtes Essen wie Fischstäbchen (klare geometrische Formen) und
essen dazu einen völlig verwirrenden Erdäpfelsalat (wild durchmischtes
Gemüse).
Wobei ich finde, dass wir Erdäpfel gar nicht zum Gemüse zählen sollten.
Die sind mehr wie Brot. So wie Bananen für mich auch kein Obst sind. Die
sind eigentlich auch Brot. Maximal würde ich mit mir noch darüber reden
lassen, ob Erdäpfel als Brotgemüse oder Gemüsebrot und ergo Bananen als
Brotobst oder Obstbrot bezeichnet werden dürfen. Der Rest geht einfach
nicht.
Gehen! Das Stichwort. Im Lesachtal kann man gut gehen. Und jetzt, wo ich
das Wort Lesachtal intensivst betrachte (und mein Schlafmangel der letzten
Wochen anscheinend mir bisher unzugängliche Regionen meines Gehirns
eröffnet), sehe ich den wahren Grund, weshalb ich im Lesachtal UND in der
Bretagne war. Auf die Gefahr hin, mich wieder ein Stück weiter von der
Liste zu entfernen, erkläre ich es trotzdem. Listen können warten, sonst
gäbe es ja keine Wartelisten.
Le Sachtal. Ganz klar. Das Tal ist eng und klein und irgendwie wie eine
kleine Schachtel. Als Francois de Claire vor vielen Jahren dort weilte,
nannte er daher dieses Tal „Le Schachterl” nennen wollen. Wer schon einmal
dort war, kann sich vorstellen, wie schnell mit Hilfe des
Kärntner-Tiroler-Dialekts vor Ort aus Le Schachterl das Lesachtal wurde.
Aber mein Unbewusstes hat diesen Wortstamm sofort erkannt und wollte mehr
vom Französischen. Daher die Bretagne.
Ok, die Erklärung war genau so schlecht und an den Haaren herbeigezogen
wie jedes Argument, das man als Kind serviert kriegt, weshalb es sehr
wichtig wäre, in die Schule zu gehen. Ich bin auch der einzige Mensch in
meinem Bekanntenkreis, der gern in die Schule gegangen ist. Das gibt
üblicherweise ordentlich Punkteabzug bei den Sympathienoten.
Wo wir schon von Noten reden. Die Bretagne kriegt leider als
Sommerurlaubsziel einen Fleck. Ein Meer, das mit 16 Grad da liegt und ein
Strand, der nichts anderes zu tun hat, als sich vom pfeifenden Wind in die
Augen, Bücher, Taschen, auf das Eis etc verfliegen zu lassen, die haben es
nicht anders verdient. Das Wetter wechselt ohnehin ständig. Oft ist das
gut, es macht nur die Tagesplanung etwas schwierig .
Aufstehen. Rausschauen und sogar raus gehen. Feststellen, dass es sonnig
und gar nicht so kalt ist. Fleece Jacke reicht. Idee vom Frühstück im
Freien fassen. Reingehen. Tee machen. Raus gehen. Fleece Jacke reicht
nicht mehr. Polarausrüstung vergessen. Drin frühstücken. Feststellen, dass
es wieder sonnig und warm ist. Überlegen, ob nicht doch draußen Frühstück
gscheiter wäre. Etc etc
So vergeht locker schon einmal der Vormittag. Das Gleiche geht dann mit
der Ausflugsplanung los. Allerdings eben in der mobilen Version. Alles ins
Auto schmeißen, was für das Überleben beim Städtebesuch nötig sein kann.
Dann das Auto günstig parken, um sich ständig den veränderten
Wetterbedingungen anpassen zu können.
Die Belohnungen für einen Ausflug in die Bretagne sind groß. Fisch. Fisch.
Fisch. Ganz viel Meer. Eine wunderschöne Küste. Freundliche Franzosen.
to be continued